Uli's aktueller Tipp

Kürbis

Lange Zeit galt der Kürbis als Randerscheinung in unserer Küche. Dabei hat der Kürbis eine über 8000 Jahre alte Geschichte und Tradition. Dank der von Amerika überschwappenden Halloweenwelle erlebt er auch in unserer Küche eine wohlverdiente Renaissance. Dabei avanciert er sowohl in der Naturkost-Küche, als auch in Gourmet-Restaurants zur begehrten Delikatesse.

Das Heimatland der Kürbisse ist das tropische Mittel- und Südamerika. Ihre Herkunft aus warmen Ländern zeigt sich auch in ihrem hohen Wärmebedürfnis. Aufgrund archäologischer Funde gehen Wissenschaftler davon aus, dass der Kürbis zu den ältesten Kultur- und Nahrungspflanzen Amerikas gehört. Man nimmt an, dass sie bereits zwischen 5000 und 3000 vor unserer Zeitrechnung von den indianischen Ureinwohnern, den Indios in Peru und Mexiko, zusammen mit Mais und Bohnen angebaut wurden. Erst mit der Entdeckung Amerikas kam der Kürbis in die so genannte alte Welt. Vor der Entdeckung Amerikas war in Europa nur der Flaschenkürbis, der aus Afrika stammt bekannt. Dieser Kürbis wurde dort als Allround-Haushaltsgegenstand benutzt, als Topf, Löffel, Karaffe und als Musikinstrument.

Durch Auslese und Züchtung in vielen Ländern hat sich bis heute eine Sortenvielfalt von über 800 namentlich bekannten Sorten entwickelt, manche Kürbissorten sind schon fast nicht mehr als solche zu erkennen. Heute wird vor allem in Amerika und in Neuseeland gezüchtet, aber auch aus Japan kommen gute Sorten.

Fast alles aus und am Kürbis lässt sich verwenden, der ganze Kürbis ist beliebt als Herbstdekoration, der ausgehöhlte, beleuchtete Kürbis als Lampe zu Halloween. Aus dem Samen, der ca. 55% Öl enthält wird Kürbiskernöl gepresst, das viele mehrfach ungesättigte Fettsäuren und viele wertvolle Vitamine (A,B1,B2,B6 und E), sowie das krebshemmende Spurenelement Selen enthält. Aus dem Kürbisfleisch lassen sich die leckersten Gerichte zubereiten. Auf der ganzen Welt gibt es unzählige Rezepte. In der Medizin wird die Kraft der Kürbiskerne bereits seit über einhundert Jahren gegen Blasenfunktionsstörungen und Prostatakrebs eingesetzt.

Was macht den Kürbis eigentlich so wichtig für unsere Ernährung, warum ist er so gesund?

Im Allgemeinen:
Kürbisse enthalten reichlich Vitamine der Gruppen A, C und E.
Vitamin A:
ist besonders wichtig für die Augen und den Stoffwechsel der Haut und Schleimhaut. Vitamin A ist im Kürbis als Carotin enthalten, aus dem der Körper Vitamin A bildet.
Vitamin C:
ist das Hauptvitamin für unser Immunsystem und schützt uns gerade in der kalten Jahreszeit vor Infektionskrankheiten.
Vitamin E:
ist ein wichtiges Vitamin für unseren Fettstoffwechsel. Weiterhin enthält der Kürbis reichlich Ballaststoffe und die Mineralien: Kalium, Kalzium und Fol- säure.

Das Öl:
enthält die wichtigen Inhaltsstoffe des Kürbis in konzentrierter Form und zusätzlich einen ganz besonderen Stoff namens Beta Sitosterin, ein Pflanzen- hormon, das im menschlichen Körper eine Konkurrenz zum Cholesterin bildet - man kann sagen Kürbiskernöl wirkt cholesterinsenkend.
Nachfolgend die überraschenden Inhaltsstoffe von Kürbiskernöl:
Fett: 45-53%; Eiweiß: 32-38%; Kohlenhydrate: 3-5%; Rohfasern: 2-4%
Vitamin: E, B1, B2, B6, C, A, D
Fettsäuren: 15% gesättigte Fettsäuren; 30% einfach ungesättigte Fettsäuren
51% mehrfach gesättigte Fettsäuren
100g Kürbiskernöl enthalten etwa 615 kcal.


Zwiebel-Kürbiskuchen

Kochzeit: ca. 40 min. + 30 min. Backen, etwas über 1 Stunde

Zutaten für 3 Portionen:

Für den Teig:
300 g Mehl, ½ Würfel Hefe oder Trockenhefe, 125 ml lauwarmes Wasser, ½ TL Zucker, 2 EL Öl, Salz,

Für den Belag:
150 g Crème fraiche, 1 roter Apfel, 400 g Kürbisfleisch, 4 Zwiebeln, 50 g Rucola, 50 g Tiroler Speck,
Das Mehl in eine Schüssel geben und in die Mitte eine Mulde drücken. Dahinein die Hefe bröckeln und mit 2El von dem lauwarmen Wasser und Zucker mischen, so dass ein kleiner Kloß entsteht. Mit einem Tuch bedeckt an einem warmen Ort 15 Min. gehen lassen, oder 4 Min. offen bei 80 Watt in der Mikrowelle.
Dann den Vorteig mit dem restlichen Wasser und dem Öl mit den Knethaken des Handmixers solange kneten bis sich der Teig vom Schüsselrand löst. Mit etwas Mehl bestäuben und 30 Min. zugedeckt gehen lassen, oder 8 Min. offen bei 80 Watt in der Mikrowelle.
In der Zwischenzeit den Apfel schälen und entkernen, Kürbis schälen, Zwiebeln pellen und alles fein hobeln. Auf einer bemehlten Arbeitsfläche den Teig nochmals mit der Hand gut durchkneten und dann in der Größe des Backbleches ausrollen.
Teig auf ein mit Backpapier ausgelegtes Blech legen. Crème fraiche mit Salz und Pfeffer verrühren und auf den Pizzateig streichen. Den gehobelten Kürbis, Apfel und die Zwiebeln darauf verteilen. Mit Salz und Pfeffer würzen und im vorgeheizten Ofen bei 220 Grad (Umluft 200 Grad) auf der untersten Schiene 30 Min. backen.
Rucola putzen, waschen und gut trocken schleudern. Mit dem Tiroler Speck auf dem Zwiebelkuchen verteilen und servieren.

Mein Tipp: Wie immer gilt beim Kürbis, Winter-Kürbisse sollte man schälen, Sommer-Kürbisse können mit Schale verarbeitet werden. Die kleinen Sorten eignen sich für den Kuchen eher als die Grossen. Dazu trinkt man klassisch einen neuen Wein, rot oder weiss nach Gusto.


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